Samstag, 24. März 2012

Haute Couture im Blumenbeet


Chillen in der Sonne.
Ich bin ein bisschen ungeduldig. Ich sehe die ersten Farbtupfer und spüre die Frühlingssonne. Ich höre das Vogelgezwitscher und spüre, wie mich meine Ballerinas anstarren. Offiziell ist er auch da, der Frühling. Doch irgendetwas fehlt da noch. Denn die Bäume hier in meinem Umfeld sind scheinbar noch in den letzten Resten des Winterschlafs gefangen. Wir haben nun Ende März und ich seh noch kein zartes Grün an den Ästen und Zweigen. Das frühlingsfrische Grün der winzigen Blättchen erinnert mich immer an meine Kindheit. Mein Vater ist dann regelmäßig kurz vor Ostern los und hat uns einige Birkenzweige besorgt. Und die haben uns dann (je nachdem, ob sein Timing gepasst hat) an Ostern mit ihren zarten Blättchen erfreut, die sich aus den geschlossenen Knospen entwickelten.

Wer weiß, vielleicht hat meine Ungeduld schon morgen ein Ende. Derweil wende ich mich eben den Farbtupfern zu, die hier rundherum mit der Sonne um die Wette strahlen: den Krokussen. Gelb, Lila und Weiß sind sie und sie tummeln sich zu Tausenden auf Wiesen und Beeten. Endlich, denk ich mir. Endlich, vertreiben sie das Grau des Winters. Und wenn man sie sich so anschaut, kann man nur gute Laune bekommen. Mir jedenfalls geht es so. Mein absoluter Favorit ist ...
der lilafarbene Krokus! Der fällt schon von Weitem auf und glänzt mit seinem Blütenkleid, als stünde er mit den anderen Frühblühern im Wettbewerb. Meine Stimme hat er jedenfalls. Er hat sich perfekt in Schale geworfen,  das Grün seines Unterkleides harmoniert wunderbar mit dem Lila seines Oberteils. Hier zeigt sich, dass Mutter Natur noch immer die besten Designs entwirft. Haute Couture, die nie langweilig wird, obwohl sie Jahr für Jahr wieder im selben Stil erscheint. Wenn man sich das einmal genau überlegt, dann ist der Krokus in seinem Gewand eine Art Vorläufer eines bestimmten Jäckchens, welches ein großes Pariser Modehaus seit Jahrzehnten herausbringt und dessen Erfolg nicht abreißen will. Ein unvollendeter Klassiker, wie es ihn noch in so vielen weiteren Formen und Mustern in der Natur gibt.

Danke Mutter Natur, mach bitte weiter so. Passe dich keinem Trend an, denn du bist es, die die Trends immer wieder vorgeben wird. 

1 Kommentar:

  1. Sehr ansprechender Text!

    Mich nervt es auch tierisch, dass noch relativ wenig grün an den Bäumen hängt. Es sieht so schön warm draußen aus... ist es ja auch eigentlich... aber wenn ich mir die Bäume ansehe, fang ich leicht zu frösteln an.

    Leider scheint die Sonne nur bis vormittags in Mein Zimmer hinein. Es tut gut, von ihr geweckt zu werden. Aber ist sie einmal verschwunden, ist es ziemlich kalt und schattig. Mein altes Zimmer war "sonnenseitig" aber oft viel zu warm... man ist halt nie zufrieden.

    Ich denke, ich werde die Bäume jetzt mal ne Weile ignorieren und mich auf die kleinen Blumen konzentrieren. Vielleicht kann ich mir so etwas Zeit vertreiben, bis die Bäume genauso grün erstrahlen wie der Look dieses Blogs. :)

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