Mittwoch, 10. September 2014

Veränderungen und Bücherratten*


Veränderungen und Bücherratten: Und eine Idee für die Freundschaft. // funkelperlen.blogspot.de

*Und eine Idee für die Freundschaft.


Ach, dieser Blogpost heute, der fällt mir alles andere als leicht. Aber eines vorweg: Er hat ein schönes Ende und ihr solltet ihn also unbedingt bis zur letzten Zeile lesen. ;) Es steht wieder eine große Veränderung an und ich bin traurig und freu mich zugleich auch ein wenig. Tiny wird bald umziehen, zurück in die alte Heimat. Dort war sie die vergangenen Monate sowieso schon mehr, als hier in Chemnitz. Dennoch fühlt es sich komisch an. Nicht, dass ich Abschiede nicht gewohnt wäre. Aber wenn dann so eine gute und treue Seele plötzlich nicht mehr in der selben Stadt ist, ist etwas anders. Und ich werde etwas sentimental, weil ich zurückbleibe. Bisher war ich oft diejenige, die weitergezogen ist. Und nun ziehen immer mehr liebe Menschen weiter. Aber gut, so ist das nun einmal nachdem man seine Lehre, sei Studium beendet hat. Ich weiß. Vor einiger Zeit ist schon einmal die liebe K. weggezogen, das war schon komisch. Aus einem Dreierpack wurde hier vor Ort ein Doppelpack.
Vor kurzem haben wir sie besucht, sie ist mittlerweile schon wieder umgezogen. Und bei solchen Gelegenheiten erinnert man sich zurück, ob man will oder nicht. Da kommt plötzlich die Erinnerung, wie wir uns in der neuen Stadt verirrt haben und uns das nicht eingestehen wollten. Wie wir bei a***kalten Temperaturen durch den Schnee gewatet sind, vor verschlossenen Türen standen und kurzerhand einfach mal blau gemacht haben, weil wir das Seminar danach so sehr mochten wie Gargamel die Schlümpfe. Wie wir komischen Gestalten begegnet sind, am Aufbau eines Kleiderschranks verzweifelten (dessen Tür dann noch haarscharf neben mir zu Boden ging), neue Plätze eroberten, zu Konzerten gegangen sind, neue Hobbies entdeckten, (noch merkwürdigere) Leute aus aller Welt kennenlernten. Wie wir schreckliche Nachbarn überlebt, demonstriert, Unwetter und sogar eine Bombenentschärfung überstanden haben. Und wie wir es in den ganzen 7 Jahren einfach nicht fertig gebracht haben, uns wenigstens einmal die Verbindungen des Nachtnetzes zu merken. Ach ja. Diese Zeiten sind unbezahlbar.
Und als wir vor kurzem bei der K. waren, die (auch berufsbedingt) eine riesengroße Bücherratte ist, habe ich mich mit etwas Lesematerial engedeckt. Haben wir früher schon so gemacht. Unter anderem auch mit John Greens "Das Schicksal ist ein mieser Verräter". Das wollte ich schon seit Ewigkeiten lesen und konnte es mir nun von ihr borgen. Das Buch ist toll, das habt ihr sicher schon gehört. Aber nicht, weil es etwa auf die Tränendrüse drückt. Sondern, weil es anders ist. Ständig schwebt das Wort "Abschied" über den Köpfen der Protagonisten. Es ist herzerwärmend, erfrischend frech und rundum gelungen. Ich habe es in wenigen Stunden gelesen, natürlich auch geweint. Nicht schluchzend, sondern still, die Tränen liefen einfach und ich hab sie gewähren lassen. Nun werde ich es weitergeben an Tiny, ehe es zurück zur lieben K. wandert. Denn Tiny will es auch lesen. Unbedingt. Ich schenke ich gleich noch ein paar Taschentücher dazu.
Und mir kam so eine Idee. Nun, wo wir drei alle an verschiedenen Orten sind, könnten wir uns wieder öfter einen Brief schreiben. So ganz altmodisch, wir haben es tatsächlich noch nicht verlenrt.. So etwas hat man viel zu selten in der Post. Und diese Form noch um eine Funktion erweitern. Warum schicken wir uns nicht mal in unserer Gruppe ein Buch, das wandert? Das uns allen gefällt. Bei dem wir an die anderen beiden denken und es mit ihnen teilen möchten. Denn gerade jetzt im Herbst ist doch die Zeit, in der man sich wieder in seine Kuschelhöhle zurückzieht und eben auch mehr liest. Ich bin gespannt, was die beiden sagen.
So schnell, wie K. ein Buch "vertilgt", da können wir sicher nicht mithalten. Aber der Gedanke zählt. Und sind wir mit einem Buch fertig, schicken wir es einfach weiter. Können uns selbst über ein neues Buch freuen. Und zugleich den Gedanken aufgreifen, dass auch sie diese Seiten in den Händen hielten. Mitfühlten. Eventuell ein Tränchen verdrückten. Oder vor lauter Spannung die Nacht zum Tage machten. Ein wunderschöner Gedanke, finde ich.

Liebe Grüße




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