Sonntag, 25. Januar 2015

Urbane Wortgewänder


Die Kunst liegt auf der Straße,  um genau zu sein direkt vor meiner Haustür. Abgesehen vom Teer müssen vor allem Wände ungefragt ihr farbloses Gewand hinhalten, um als Leinwand zu dienen. Über den Kunstanspruch lässt sich natürlich streiten. Neben unleserlichen Tags und sinnleeren Seht-her-ich-kann-eine-Wellenlinie-malen-Kringeln findet sich allerdings durchaus Wortmaterial mit Potenzial im Leipziger Westen.

Wie es die Jungs und Mädels von Karl die Große besingen, scheint es viele Menschen zu geben, denen einfaches Papier oder elektronische Medien zum Übersenden von Nachrichten nicht reichen. 
"Ich wünsch' uns Zeit, um hier und dort uns're Namen an jede Wand zu schreiben."
(Verbleibende Zeit // Karl die Große) 
Da manche hier scheinbar viel Zeit haben, wird kurzum der Freundin (oder auch oft gelesen: Ex-Freundin) ein kleiner Gruß auf Beton hinterlassen. Clever! Bedenkt man, wie schnell sich solche Worte in der großen virtuellen Cloud verflüchtign. Gegen die Halbwertszeit einer Betonwand kommt so eine gezwitscherte Bildschirm-Message eben nicht an. 

Als ich letztens durch Plagwitz spaziert bin, häuften sich auf wenigen Kilometern so viele Wortkunstwerke, dass ich mir dachte: warum nicht eine Geschichte daraus basteln? Mit viel Fantasie und Wille könnt ihr das Ergebnis im Folgenden "lesen". Interpretation ist schließlich schon rein etymologisch immer Auslegungssache. Deshalb: viel Spaß beim Entschlüsseln und Finden der Geschichte hinter den Bildern ... 

LE. Graffic Novel 



















Falls ihr jetzt den roten Faden verloren habt, schaut euch doch mal vor eurer Haustür um. Da findet ihr sicher auch das ein oder andere funkelnde Wort-Ge-Wand, um ihn wieder aufzunehmen und weiterzuspannen. Ich überlege inzwischen, ob ich in meiner neuen alten Heimat mal auf die Suche nach einer Fortsetzung gehen sollte?

Immer schön die Augen offen halten!
Eure


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen